Maloukhia, Hähnchen und marokkanische Minze

Ein Hauch von weiter Welt weht durch das kleine Bürgerhaus Ahrbrück. Lebhaft unterhalten sich Frauen in fremden Sprachen, einige mit Händen und Füßen, wenige auf Deutsch. Es duftet nach Knoblauch, Zitrone und unbekannten Gewürzen.

 Marlyse aus Berg steht mit Haifa und Fatima aus Syrien in der engen Küche am Herd. Ein grünes Gemüse zieht in einem hohen Topf, das ist Maloukhia, vom Türken, „so etwas Ähnliches wie Mangold“, erklärt Marlyse.

 

Fatima hackt bemerkenswerte Mengen Knoblauch, Haifa löffelt mächtig Margarine ans Gemüse, Angelika gibt Hähnchenfilet in einen Sud, später zum Maloukhia.

 

Gewürzt wird der Eintopf schließlich mit viel Zitrone, Pfeffer, Salz, Koriander, Kisnis. Sumach, marokkanischer Minze – und eben jenen Bergen von Knoblauch. Lecker.

Das gemeinsame Kochen gibt den Flüchtlingsfrauen Gelegenheit über ihre Sorgen und Ängste zu reden – Sorgen um Angehörige in der Heimat, die Angst, keine Arbeit zu finden. Eine Mutter möchte so gerne, dass ihre halbwüchsigen Kinder schneller Deutsch lernen und dann in der Schule besser mitkommen. Sie fragt, wer Nachhilfe geben könne. Eine junge Syrerin richtet den Salat an, mit sehr viel Zitrone. Sie dekoriert malerisch Tomaten und Grün. Jutta schnibbelt mit ein paar Kindern Äpfel für den Obstsalat. Der Tisch wird gedeckt. Festlich. Mit Kerzen. Es ist eine große, fröhliche Runde und es hat allen Spaß gemacht.


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