Intensive Gespräche auf Augenhöhe

Fünfter Begegnungsnachmittag des Flüchtlingsnetzwerkes Altenahr in Berg

Mike (55) aus Freisheim hat seine ersten Kontakte ganz zufällig geknüpft: Er ging mit seinen Hunden spazieren und beschloss spontan, im Naturfreundehaus Berg vorbeizuschauen. Dort, hatte er gehört, seien Flüchtlinge untergebracht. Er lernte eine syrische Familie aus Damaskus kennen. Und seitdem hilft er selbstverständlich, wann immer etwas gebraucht wird.

Warum er sich engagiert? Mike macht keine großen Worte. „Das sind einfach nette Leute, mit denen ich mich gerne unterhalte.“ Auch Mike ist beim 5. Begegnungsnachmittag dabei, zu dem das Flüchtlingsnetzwerk in der Verbandsgemeinde eingeladen hat. Gastgeber sind diesmal Reimund Schwicker und Brigitte Auras-Schwicker, die das Jugendgästehaus seit 26 Jahren leiten. Sie bewirten in Naturfreundehaus heute rund 100 Besucher, die sich an den Tischen drängen. Flüchtlinge und Menschen, die schon länger in der Verbandsgemeinde leben, bringen Kuchenspenden, trinken Kaffee und führen intensive Gespräche – auf Augenhöhe.

 „Diese Nachmittage sind ein Segen“, betont Koordinator Gregor Doege. „Richtige Integration findet nur über persönliche Kontakte statt.“ So langsam geht der Nachmittag zu Ende. Im Obergeschoss malen und spielen noch ein paar Kinder mit den Firmlingen. Unten, im Aufenthaltsraum, wischen junge Iraner die Tische ab und fegen den Boden. Einer von ihnen verabschiedet an der Tür die letzten Gäste: „Kommen Sie gut nach Hause“, sagt er, „sie sind immer willkommen im Naturfreundehaus.“ Sein Deutsch ist noch holprig. Seine Höflichkeit ist perfekt.


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